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Freude an der Schönheit und am Gelingen menschlichen Lebens: MARIA Impuls von Br. Siegbert Mayer OFMcap Mit Superlativen kann man Aufmerksamkeit erringen. Das Größte, das Beste, das Feinste ist gerade gut genug, mitten in der banalen Alltägtichkeit Aufmerksamkeit zu erreichen. Im Blick auf das Außerordentliche wird der Düsternis des Alltags für einen kurzen Augenblick die kleinliche Enge genommen. Menschen werden zu Super-Stars und Mega- Persönlichkeiten „verzeichnet“. Huldigung und Verehrung werden ihnen zuteil. Sie feiern sich und genießen die Verehrung der Massen. Doch Idole vertragen selten eine genaue Betrachtung. Der Blick ins Detail eines Lebens ist nicht vorgesehen und stört. Glimmer und Glanz verdecken die häufig erbärmliche Alltäglichkeit. Mariens Leben bildet einen Glanzpunkt in der Heilsgeschichte. Aber ihr Bild verträgt das genaue Hinsehen. Es entzieht sich allen Versuchen, sie mit Superlativen zu verzeichnen. Die wenigen Details, die von ihrem Leben aus den Evangelien bekannt sind, reichen aus, eine Bildfälschung zu verhindern. Stars vertragen selten Konkurrenz. Maria ist kein Star. Das Besondere ihres Lebens wird durch eine außerordentliche Beziehung deutlich: die Beziehung zu ihrem Sohn. Den Blick auf IHN verstellt sie nicht. ER ist gleichsam das kostbare Bild, dem sie die Rahmung verleiht. Wer auf sie schaut, findet eine gute Perspektive, ihrem Sohn zu begegnen. Wir begegnen ihr, wenn sie ihn bittet, durch sein Schicksal leidet. Kein unechter Superlativ verdunkelt anmaßend das Licht, das durch ihren Sohn den Menschen leuchtet. Sie lebt nicht abgehoben von der Wirklichkeit. Maria bleibt in der Nähe ihres Sohnes: zwischen Begegnung und Abschied, Erfolg und Verfolgung tröstlicher Gewissheit und leidensvoller Einsamkeit! Maria weist durch ihr Wort und ihr Tun auf Jesu Botschaft. „Tut was er euch sagt!“ In allem, was Stars und Sternchen unserer Zeit zelebrieren – die Jesusgeschichte kennt keinen Starkult! Vor den Schaubühnen der Eitelkeit in unserer Welt machen sich JESU Verkündigung und sein Lebenszeugnis doch eher ärmlich und klein aus. Das Reich Gottes, dessen Beginn Jesus verkündet, erlebt immer wieder Senfkornschicksal: Nach außen erscheint es winzig, wahrlich lächerlich klein; seine gewaltige innere Wachstumskraft sieht man oft lange nicht – und wenn, dann erst wenn aus dem winzigen Senfkorn ein mächtiger Senfbaum geworden ist. Maria bleibt in der Nähe dieses Auftrages Jesu, dem Wachsen des Reiches Gottes zu dienen. Sie setzt sich nicht ab, um ihrer selbst willen, sondern ein! Nach Tod und Auferstehung Jesu finden wir sie im Kreis der jungen Kirche wieder. Maria hatte ihren Platz und sie hat ihn weiterhin bei IHM in alle Ewigkeit. Sie geht Seinen Weg mit– auch in den dunklen Phasen dieses Lebens bis unters Kreuz. Die Gewissheit keimt auf, dass an ihr etwas geschehen ist, was für uns alle noch aussteht. Was an Maria geschehen ist in ihrer Aufnahme in den Himmel, soll unsere Zukunft werden. Das Hinschauen auf das Leben Marias hat oft Lebensangst aufgelöst und heitere Freude und Zuversicht geschenkt. Doch zum Starkult lässt sich Maria nicht vermarkten, auch nicht mit frommen Worten. Vielleicht ist es einfach schön, um sie zu wissen. Das Schöpfungs- und Erlösungsgeschehen wurde an ihr vollendet. Es gibt Glaubenswahrheiten, deren Bedeutung sich nicht dadurch erschließt, das man angespannt nach einer Nutzanwendung für das alltägliche Leben sucht, sondern dass man einfach Freude in sich aufkeimen lässt – die Freude am Gelingen und an der Schönheit eines menschlichen Lebens: MARIA! Und dass dies auch für Dich und mich gilt. So grüße ich Euch in brüderlichem Verbundensein aus Altötting und empfehle euch der Mutter des HERRN, Euer Bruder Siegbert
Maria mit dem Jesuskind, Fresko im alten Dom von Assisi (Foto: © Raymund Fobes)